Beitræge mit Tag „restaurant”

Restaurantkritik: Altes Druckhaus

kronach

Die Zeit zwischen den Jahren nutzend, um mit alten Freunden über noch ältere Zeiten zu quatschen haben wir einen kleinen Bummel durch die Stadt unternommen.

Erster Stop: Riverside. Da ist aber ab abends um acht „Raucherclub”, entsprechend gut ist die Luft im Inneren und wir ziehen weiter in die obere Stadt. Viele Kneipen sind voll, wenn ich mal irgendwie Lust auf was anderes habe, werde ich eine Kneipe in Kronach aufmachen. Das Alte Druckhaus bietet uns schließlich Platz und ist eingerichtet wie eh und je: rustikal-gemütlich. Allerdings nagt hier und da doch etwas der Zahn der Zeit, durchgewetzte Sitzpolster sind beispielsweise nicht so prickelnd, dafür ist das Lokal rauchfrei. Insgesamt ist es erschreckend, wie dieses Gesetz in Bayern quasi demontiert wurde und damit faktisch nicht mehr existiert. Man macht als Wirt einfach einen Raucherclub auf und schon ist wieder alles beim alten.

Die ‘Begrüßung’ im Druckhaus fiel kurz und ruppig aus und bestand lediglich aus der Frage nach der Speisekarte. Wir entscheiden uns schließlich für diverse Getränke, essen wollten wir dann doch nichts, was offensichtlich auf wenig Gegenliebe stieß.

Während die Softdrinks und auch der Cappuccino recht zügig geliefert wurden war das bei den Cocktails nicht der Fall. Außerdem musste die Bedienung nochmal nachfragen, was denn jetzt noch genau fehlen würde. Nachdem der letzte Cocktail dann geliefert worden war wurden wir in der Folge mit Nichtbeachtung gestraft, ohne uns eines Verbrechens irgendwie bewusst zu sein. Während um uns herum fleißig bedient und serviert wurde saßen wir über eine Stunde auf dem Trockenen – die fünfzehn Minuten, die wir darauf warten mussten, um zu zahlen, nicht mit eingerechnet. Auch das die CD irgendwann zu Ende war fiel dem unaufmerksamen Personal erst nach einer guten halben Stunde auf.

Fazit: Zwei Bedienungen sind für eine Lokalität dieser Größe schlicht und ergreifend zu wenig. Ich möchte nicht wissen, was da abgeht, wenn die Hütte voll ist. Aber anscheinend bleibt am Ende doch genug für die Betreiber hängen, auch ohne dass die Kunden unbedingt zufrieden die Lokalität verlassen.

Dieser Beitrag sollte eigentlich auf Restaurant-Kritik.de erscheinen, dort wird aber zwingend vorausgesetzt, dass man was gegessen hat. Ich hätte auch gerne auf eine Homepage des Alten Druckhauses verlinkt, aber solchen Luxus gönnt man sich nicht.

Hilft Hagen? Bauernhannla vs. Schuldenberg

Bauernhannla
Kaum hatte Xavier Naidoo das Feld geräumt dominierte der nächste ‘Promi’ [1] die Titelseiten der Lokalzeitungen: Unternehmensberater Stefan Hagen. Der kommt immer dann, wenn man das Business gegen die Wand gefahren hat und möglichst medienwirksam die Hosen runterlassen möchte. So geschehen auch beim Bauernhannla, einem durchaus beliebten Ausflugslokal in der Nähe von Wilhelmsthal [2].

Idyllisch gelegen, rustikal eingerichtet, ein typisch fränkischer Landgasthof eben. Auf dem dummerweise fast 1,2 Millionen Euro Schulden lasten.
Ich habe mich während meines letzten Heimataufenthalts mit vielen Leuten auch zu diesem Thema unterhalten. Die Arbeit vor Ort wäre sehr hart, meinen selbst gestandene Bedienungen und am Ende des Tages gebe es manchmal noch nicht einmal das Salär. Vermutlich, weil damit gerade was anderes bezahlt werden muss. Und wenn man die erste Kostenaufstellung von Hagen sieht, dann wundert einen das auch nicht. Über 5000 Euro Verlust pro Monat – da passt eines der Lieblingszitate meines Vaters wie die Faust aufs Auge: „Dä Bäärnstobbfer hodd immer gsochd: A jedem Baa lech iech zeia Bfennich drauf, ouer die Menga machds!” [3]
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