Dem Bauernhannla sei Homepage

Bauernhannla

Ich muss nochmal auf die Homepage vom Bauernhannla zurückkommen. Ich hatte das ja schon angesprochen: Die geht absolut nicht. Wenn ich mich in der Gegend nicht auskennen würde und online ein Lokal für den Sonntagsausflug suchen würde, der Bauernhannla wäre sicherlich nicht mit dabei (wobei man ehrlich sagen muss, wenn ich ein Restaurant in Landkreis Kronach nach der Homepage aussuchen müsste, würde ich zu McDonalds gehen).

Bauernhannla – der urige Gasthof im Frankenwald

An der Homepage ist nichts auch nur im Ansatz urig! Allenfalls gruselig. Angefangen vom Frameset und dem übrigen Quellcode über das grün, das kein wirklich heimeliges Gefühl aufkommen lassen will bis hin zum schlecht freigestellten Logo. Jetzt ist es nicht so, dass die Konkurrenz in Steinberg es wesentlich besser machen würde. Auch zum davonlaufen. Aber beim Frack gibt’s wenigstens alle Bilder in einigermaßen groß, während beim Bauernhannla Briefmarkengröße vorherrscht. Der einzige Pluspunkt: Es wird offensichtlich regelmäßig der Bereich ‘Aktuelles’ aktualisiert. Auch nicht immer eine Selbstverständlichkeit. Macht wahrscheinlich der Sohn vom Nachbarn. Würde zumindest zur Optik passen.

Dem könnte man aber mal sagen, er soll die Woche kein Update einspielen, weil das letzte schon entsprechend weitreichend vorausgeplant war und stattdessen den Schrott, der aktuell online ist, entsorgen und gegen was zeitgemäßes ersetzen. Das ist auch nicht weiter schwierig. Nichtmal für den möglicherweise minderbegabten Sohn des Nachbarn.

Software

Zunächst mal zieht man los und holt sich passende Software. WordPress zum Beispiel. Kostet nichts, passt also ins Budget, und ist hinreichend DAU-sicher. Seit dem Online-Update, das mit 2.7 eingeführt wurde, sogar von einem solchen problemlos aktuell zu halten.

Bilder

Dann nimmt man sich eine beliebige Digitalkamera, wartet einen schönen Tag ab und macht Bilder. Vielleicht auch mal mit Leuten drauf. So sieht das aus als würde niemand hingehen. Und wenn es vier Wochen wie aus Eimern schüttet füttert man halt mal Google mit Informationen. Da fallen dann beispielsweise solche großartigen Aufnahmen raus. Den Fotografen zu fragen, ob man das Bild vielleicht benutzen darf, kostet erstmal nichts außer Überwindung. Und vielleicht hat er ja noch mehr davon.

Optik

Für grafisch Minderbemittelte wie mich wurde das Smashing Magazine erfunden. Die meinen es immer mal gut mit einem und schmeißen qualitativ hochwertige Themes für lau raus, wie zum Beispiel Blakmagik. Damit das ganze nicht gleich auf den ersten Blick aussieht wie von der Stange holt man sich noch eine andere Schrift für die Headline, beispielsweise die ebenfalls freie Yanone Kaffeesatz und ohne überragende Photoshop-Skills bekommt man auch das für den geplanten Einsatzzweck unpassende RSS-Logo weg und ein Logo rein.

Zusammenschrauben

Wenn man dann alle Einzelteile hat muss man die nur noch zusammenschrauben. Hier und da braucht es eine Schraube mehr, um beispielsweise auch einen Arikel auf die Startseite zu bringen, neben den Posts, die zukünftig die Aktuell-Kategorie ablösen. Und die Seiten, die oben rechts ‘rumhängen’ sollen natürlich nicht noch mal direkt drunter auftauchen.

Bauernhannla

Also alles kein Hexenwerk und innerhalb kürzester Zeit ist eine Homepage fertig, die ein wirklich uriges Gefühl vermittelt, einfachst zu administrieren und zu pflegen ist und die komplette Konkurrenz um Längen aussticht. Da hätte auch der Unternehmensberater drauf kommen können…

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2 Kommentare zu „Dem Bauernhannla sei Homepage”

  1. [...] Wie schon erwähnt haben Gastronomiehomepages im Landkreis Kronach vor allem eines gemeinsam: Sie sind schrecklich. Optisch, technisch und inhaltlich. Es braucht also nicht viel, um aus dieser Masse des Grauens hervorzustechen. Ich wage zu behaupten, dass beim Gesamtvolumen von 2,5 Millionen Euro 1‰ gereicht hätte, um eine annehmbare Homepage, die optisch, technisch und inhaltlich auf dem aktuellen Stand ist, auf die Beine zu stellen. Für alle, die es nicht so mit dem Kopfrechnen haben: 1 Promille von 2,5 Millionen sind 2500 Euro. Stattdessen muss man annehmen, dass in diese Homepage genau 0 Euro geflossen sind. Offensichtlich fängt für „die Werbeberater“, wie es so schön in der Neuen Presse heißt, das Erlebnis Erlebnisgastronomie erst an der Türschwelle an. Die Homepage jedenfalls vermittelt den kühlen Charme einer Werbebroschüre für ein Altersheim, bei der man kurz vor Feierabend noch schnell den Knopf ‘Für Web exportieren’ in der verwendeten Textverarbeitung gedrückt hat: Anders ist es nicht zu erklären, warum das ganze die Form eines DIN A4-Blattes hat, sieht man mal vom animiertes Gif-Bild als Intro mit sehenswerter Meta-Weiterleitung ab. Der Text ist schwer lesbar, Spationierung zu groß, Durchschuß zu klein, Schriftgöße generell zu gering. Die Tageskarte ist ein per iFrame eingebundener Word-Export, beim Kalender kommt ungefragt ein PDF-Dokument. Bei Hotels wird auf den Innenteil des Framesets der Hotelhomepage verlinkt, zu dessen Gesamtensemble das Antla ja gehört. Von dort gibt es keinen Weg zurück und auch keinen Weg zur eigentlichen Hotelwebsite. Kontakt gibt’s nur per E-Mail, kein Formular hilft dem Gast, mal eben schnell eine Anfrage abzusenden, von einer Karte, wo denn das Antla liegt, ganz zu schweigen. Von der Möglichkeit, direkt online zu reservieren, wollen wir erst gar nicht reden. [...]

  2. [...] einfach mal ein Bier im Antla, beim Bauernhannla oder sonstwo weniger trinken und dem Falk einen Fünfer (oder natürlich auch mehr) [...]

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